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Der Bayerische Wald im östlichen Bayern wird von scheinbar
endlosen Wäldern bedeckt, aus denen mächtige Bergrücken
herausragen. Mehr als 60 Berggipfel erreichen Höhen von mehr
als 1000 Metern ü.d.M. Die bekanntesten sind der Große
und der Kleine Arber, sowie der Lusen und der Dreisessel. Der
Dreisessel im Osten des Mittelgebirges besteht aus drei seltsam
ausgeformten, schichtförmigen Felsen. In einer Überlieferung
wird berichtet, hier hätten sich nahe dem Dreiländereck
die Herrscher von Bayern, Österreich und Böhmen getroffen.
Lange Zeit galt die Region als entlegen und rückständig.
Vor mehr als einhundert Jahren lebten die meisten Bewohner im
„Wald“ von einer kargen Landschaft, von der Arbeit
in Steinbrüchen oder vom Holzreichtum des Waldes, ohne selbst
reich zu werden. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist seit dem Mittelalter
die Herstellung von Glas. In den letzten Jahrzehnten ist für
die Dörfer und Städte der Tourismus zu einem bedeutenden
Wirtschaftsfaktor geworden.
Nationalpark Bayerischer Wald
Ein 132 km² großes Waldgebiet im zentralen Gebirgsmassiv
ist im Jahr 1970 als Nationalpark Bayerischer Wald ausgewiesen
worden. Auf tschechischem Gebiet schließt sich der Nationalpark
Sumava (Böhmerwald) mit dem Maderer Hochplateau an. Der Wald
wird sich weitgehend selbst überlassen. Von Wind und Wetter
umgestürzte Bäume bleiben liegen und werden nicht forstwirtschaftlich
genutzt. Sie sind Teil des natürlichen Kreislaufes und bieten
im Stadium des Verfalls vielen Tier- und Pflanzenarten eine Lebensgrundlage.
Die ursprüngliche Naturlandschaft des Nationalparks wird
von einem 160 Kilometer langen Wegenetz durchzogen.
Das Informationszentrum bei Neuschönau, nordöstlich
von Grafenau, vermittelt auf einem botanischen und geologischen
Lehrgelände zahlreiche Informationen über Geschichte
und Beschaffenheit, Fauna und Flora des Bayerischen Waldes.
Freizeitaktivitäten
Wandern
Die hügelige Mittelgebirgslandschaft des Bayerischen Waldes
ist ein geschätztes Wandergebiet. Um die Städte und
Dörfer sind regionale Spazier- und Wanderwege angelegt worden.
An den Höhenwegen befinden sich Schutzhäuser und -hütten.
Einige von ihnen werden in der Hauptsaison bewirtschaftet.
Zwei Hauptwanderwege durchqueren die gesamte Region des Bayerischen
Waldes von Nordwest nach Südost. Beide sind mit einem grünen
Dreieck markiert.
Der nördliche Weg führt über insgesamt 181 Kilometer
von Waldmünchen bis zum Rosenberggut bei Lackenhäuser.
Dabei werden alle bedeutenden Gipfel passiert. Die Route kann
in acht Tagesetappen mit Strecken zwischen 16 bis 26 Kilometern
bewältigt werden.
Der südliche Weg von ähnlicher Länge (176 km) führt
durch die lieblicheren Landschaften des vorderen und unteren Bayerischen
Waldes und ist zugleich Teilstück des Main – Donau
- Fernwanderweges. Auch dieser Weg ist in acht Tagesetappen gut
zu schaffen.
Ein interessantes Wanderziel ist der Große Arbersee. Es
ist gut von einem Wanderparkplatz an der Straße Zwiesel
– Lam zu erreichen. Der nur 15 Meter tiefe See mit kristallklarem
Wasser kann mit Ruderbooten befahren werden. Auf der Wasseroberfläche
treiben bis zu drei Meter mächtige Rasenfilzinseln - sogenannte
Schwingmoore -, die nie ans Ufer getrieben werden.
Wassersport
Auf einigen Seen der Region sind Segeln und Surfen möglich.
Bei Kanufahrern beliebt sind die Flüsse Ilz, Regen und Donau.
Wintersport
Der Bayerische Wald gehört wegen seines Schneereichtums zu
den wichtigsten Wintersportregionen in Deutschland. Besonders
Langläufer finden in den Tälern und weiten Waldgebieten
viele gespurte Loipen vor. Für Anfänger stehen Skischulen
und Kinderskischulen bereit.
Museen
Im Bayerischen Wald gibt es interessante Heimatmuseen, die mit
ihren Exponaten das Leben und die Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert
dokumentieren.
Einen Besuch wert ist das „Museumsdorf Bayerischer Wald“,
auch „Dreiburgen – Museum“ genannt, an der Straße
von Tittling nach Thurmansbag. Die Gebäude zeigen die historischen
Bauformen im Bayerischen Wald zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert.
Sie sind mit originalen Möbeln, Haushaltsgeräten, land-
und forstwirtschaftlichen Arbeitsgeräten ausgestattet. Dazu
gehören die älteste Volksschule Deutschlands aus dem
Jahr 1664 mit Marktschreiberwohnung und Gefängnis, ein altes
Dorfgasthaus und eine funktionsfähige Mühle. Zu sehen
sind außerdem komplett eingerichtete Werkstätten alter
Handwerksberufe.
Sehenswerte Orte
Passau
Im Süden reicht die Region Bayerischer Wald bis an die Donau.
Die „Drei – Flüsse – Stadt“ Passau
verdankt diese Bezeichnung ihrer geografischen Lage am Zusammenfluss
von Donau, Inn und Ilz. Auf einer felsigen Landzunge zwischen
Donau und Inn liegt die Innenstadt mit zahlreichen historischen
Gebäuden. Herausragendes Bauwerk ist der mehrtürmige
Dom St. Stephan, der überwiegend im 17. und 18. Jahrhundert
errichtet wurde.
Cham
Die Stadt Cham im Tal des Regen trennt den Oberpfälzer vom
Bayerischen Wald. Das mittelalterliche Stadtbild wird beherrscht
von der neubarocken Pfarrkirche und dem wuchtigen Straubinger
Torturm.
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