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Der Bodensee ist mit seiner Ausdehnung von 571 km² der drittgrößte See in Mitteleuropa. Zu ihm gehören der Ober- und Untersee, sowie der Überlinger See. An seiner tiefsten Stelle hat er die beachtliche Tiefe von 254 Metern. Zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert vertrieben die Alemannen die Römer und ließen sich rund um den Bodensee nieder. Die heutigen Nachkommen wohnen in drei Staaten: Das nördliche und westliche Ufer des Bodensees gehören zu Deutschland, das südliche zur Schweiz und die östliche Spitze zu Österreich.
Eine Besonderheit ist das Klima am Bodensee. Die große Wasserfläche mildert als Wärmespeicher die Fröste und sorgt für ausgeglichene Temperaturen. Im Herbst kann im Bodensee noch zu einer Zeit gebadet werden, wo anderenorts längst warme Herbstkleidung getragen wird. Selten friert der Bodensee zu. In den letzten tausend Jahren ist der See durchschnittlich dreimal in hundert Jahren zugefroren. Dann gelangt man trockenen Fußes von einem zum anderen Ufer. Zuletzt geschah dies im Jahr 1963.

Essen und Trinken

An den Südhängen des Bodensees wird seit dem 7. Jahrhundert Wein angebaut. Die Voraussetzungen dafür schaffen die geeigneten Reben, die gute Bodenbeschaffenheit und das milde Klima mit dem als Regulator wirkenden Wasser des Bodensees. Besondere Spezialitäten dieser Region sind der Spätburgunder Rotwein und der Spätburgunder Weißherbst.
Die Speisekarte am Bodensee weist als einheimische Delikatesse ein reiches Angebot von Fischmenüs auf. Im Bodensee leben rund 35 verschiedene Fischarten. Am häufigsten wird der Felchen serviert. Weitere empfehlenswerte Spezialitäten sind Aal, Hecht, Saibling und Zander.

Feste und Veranstaltungen

Zum regionalen Brauchtum am Bodensee gehört die alemannische Fasnet. Der Höhepunkt wird erreicht zwischen dem “Schmotzigen Donnerstag” und Aschermittwoch. Viele Fastnachtsbräuche reichen zurück bis in die vorchristliche Zeit. Einst haben die furchterregenden Gestalten mit bunten Kostümen und kunstvoll geschnitzten Masken den Winter ausgetrieben.
Ein weiterer Höhepunkt im Festkalender ist das Seenachtsfest, das Mitte August gleichzeitig in Konstanz und in der Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen gefeiert wird. Die gesamte Konstanzer Bucht verwandelt sich in eine einzige Festarena. Zum Abschluss präsentieren die Städte zwei prächtige Seefeuerwerke.

Freizeitaktivitäten

Wassersport
Auf dem großflächigen Bodensee finden Segler und Surfer, Wasserskifahrer und Kanuten, Ruderer und Tretbootfahrer genügend Platz. Zahlreiche Segel-, Wasserski- und Windsurfschulen vermitteln in Theorie und Praxis den Umgang mit dem Element Wasser.
Schwimmen und Baden ist in über 60 See- und Freibädern möglich. Dazu kommen zahlreiche Hallenbäder, die unabhängig von Wetter und Jahreszeit geöffnet sind.

Wandern
Jeder Ort am Bodensee verfügt über ein regionales Netz von ausgeschilderten Wanderwegen, die direkt am Ufer und durch die angrenzenden Obstplantagen, Weinberge, Wiesen und Wälder führen.
Eine sportliche Herausforderung ist das Umwandern des gesamten Bodensees. Dafür ist ein Rundweg mit einer Gesamtlänge von 272 Kilometern angelegt worden, der direkt am Ufer oder in Ufernähe verläuft. Die Markierung zeigt einen schwarzen Pfeil im blauen Punkt.

Radwandern
Auch ein Radrundweg führt um den Bodensee. Steigungen sind kaum zu bewältigen. Wer nicht die gesamte Strecke befahren will, kann als Abkürzung die Fähre zwischen Konstanz und Meersburg benutzen. Als Teilstrecken um den Bodensees bieten sich die Touren “Rund um den Obersee” mit einer Länge von 120 Kilometern und “Rund um den Überlinger See” mit einer Länge von 60 Kilometern an.

Bodenseeschifffahrt

Zwischen Konstanz und Meersburg, sowie zwischen Friedrichshafen und dem schweizerischen Romanshorn verkehren regelmäßige Autofähren. Auf dem Überlinger See gibt es zwischen Ostern und Anfang Oktober einen fahrplanmäßigen Schiffsverkehr.
Von zahlreichen Orten in den drei Anrainerstaaten werden in den Sommermonaten halb- und ganztägige Schiffsausflüge und Rundfahrten angeboten. Dazu stehen fast 40 Passagierschiffe mit einer Kapazität von rund 20 000 Plätzen bereit.

Sehenswert

Insel Mainau
Die 45 ha große “Blumeninsel” Mainau bei Konstanz wurde im Jahr 1932 vom schwedischen Grafen Bernadotte erworben. Er ließ den Schlossgarten zu einer attraktiven Gartenanlage umgestalten. Vom zeitigen Frühling bis zum Herbst erblühen auf der Insel viele Blumen in allen erdenklichen Formen und Farben. Exotische Pflanzen verleihen der Insel ein mediterranes Flair. Jedes Jahr kommen Tausende von Besuchern herbei, um die Blumenpracht zu bewundern.

Insel Reichenau
Die Insel Reichenau ist die größte der drei Bodenseeinseln und durch einen Deich mit dem Festland verbunden. Das im Jahr 724 gegründete Kloster war eines der wichtigsten frühchristlichen Kulturzentren. Alljährlich wird eine Woche nach Pfingsten mit einer großen Prozession das Heilig-Blut-Fest gefeiert. Sehenswert sind die drei romanischen Kirchen in Oberzell, Mittelzell und Niederzell.
Freilichtmuseum in Unteruhldingen
In dem 1922 eingerichteten Freilichtmuseum in Unteruhldingen wurden ein Dorf aus der Jungsteinzeit um das Jahr 3500 v.Chr. und ein weiteres aus der Bronzezeit um das Jahr 1000 v.Chr. in Pfahlbauweise rekonstruiert. In den Hütten sind Steinbeile, Feuersteinmesser, Getreidemühlen, Töpfe und weitere Arbeitsgeräte und Waffen jener Zeit ausgestellt.

Konstanz
Die größte Stadt am Bodensee entstand vor rund 2 000 Jahren auf einem schmalen Landrücken zwischen Ober- und Untersee. Später wurde sie Bischofssitz und Freie Reichsstadt.
Neben dem gotischen Münster Unser Lieben Frau ist das mächtige Konzilgebäude am Hafen ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Hier tagte das 16. Konzil. Es erreichte 1415 seinen grausamen Höhepunkt mit der Verbrennung des Ketzers Johannes Huß aus Prag.

Meersburg
Die über 1000 jährige Stadt schmiegt sich malerisch an die Uferhänge zwischen Ober- und Überlinger See. Die auffälligsten Bauwerke sind das Alte Schloss mit dem mächtigen, viereckigen Dagobertsturm und das Neue Schloss. Das Alte gilt als das älteste bewohnte Schloss in Deutschland. Das Neue Schloss wurde im Stil des Barock als Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Konstanz errichtet.

Lindau
Die Altstadt der ehemaligen Freien Reichsstadt liegt auf einer fast 70 ha großen Insel, die durch einen Straßen- und Eisenbahndamm mit dem Festland verbunden ist. Die schönsten Bauwerke sind das alte Rathaus mit seinen Fassadenmalereien und die Häuser um den Marktplatz mit dem auffällig bemalten “Haus zum Cavazzen”. Die Peterskirche ist mit Fresken von Hans Holbein d.Ä. ausgestaltet. Die Hafeneinfahrt mit ihren beiden Leuchttürmen wird seit rund 150 Jahren von einem steinernen Löwen bewacht.