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Die Mosel entspringt am Westhang der südlichen Vogesen und fließt nach Norden. Bei Perl verlässt sie Frankreich und bildet auf einer Strecke von rund 42 Kilometern die natürliche Grenze zwischen dem Großherzogtum Luxemburg und Deutschland. Bei Oberbillig mündet die Sauer in die Mosel, die nun ihre Fließrichtung nach Nordosten ändert. Später kommt die Saar hinzu. Hinter Trier bahnt sich der mächtiger gewordene Fluss mit zahlreichen Schleifen und Windungen seinen Weg durch die Felsenlandschaft zwischen den beiden Mittelgebirgen Hunsrück und Eifel. An einigen Stellen sieht es aus, als käme das Wasser nach einem mächtigen Bogen wieder zum Ausgangspunkt zurück. Die Uferseiten werden von steilen Hängen gesäumt, die teils von Weinbergen, teils von Wäldern und Böschungen bedeckt sind. Schließlich mündet die Mosel nach rund 545 Kilometern bei Koblenz in den Rhein. In den Jahren 1957 bis 1964 wurde der Fluss durch den Bau von 14 Schleusen zwischen Thionville in Frankreich und Koblenz zu einer schiffbaren Wasserstraße ausgebaut.

Die reizvolle Landschaft zwischen Trier und Koblenz mit ihren bekannten Weinorten und den darüber liegenden Burgen und Schlössern sowie der bekannte Moselwein werden in vielen Gedichten und Liedern gerühmt. Heute ist das Moseltal eine der bekanntesten und beliebtesten Landschaften für Urlaub und Wochenend­ausflug.

Wein

Das Gebiet entlang der Mosel und seiner Nebenflüsse Ruwer und Saar ist ein traditionelles Weinanbaugebiet. Begründet wurde der Weinanbau von den Römern im 1. Jahrhundert n. Chr., obwohl Kaiser Domitian das Anpflanzen von Weinstöcken nördlich der Alpen verboten hatte. Nachweislich gab es im 1. Jahrhundert n.Chr. in und um Trier Weinanbau und Weinhandel. Seit Jahrzehnten tragen die grünen Flaschen von der Mosel und ihrer Nebenflüsse die einheitliche Bezeichnung "Mosel-Saar-Ruwer". Es ist die Heimat der Riesling-Rebe, die bei vielen Weinkennern als "Königin der Weißweinrebe" bezeichnet wird. Sie macht rund die Hälfte der Anbaufläche aus. Den zweiten Platz nimmt der Müller-Thurgau ein, gefolgt von den Sorten Elbling und Kerner. Nirgends im deutschen Weinbau ist die Winzerarbeit so schwer wie im Moseltal. Das liegt an den steilen Hängen, die eine Steigung bis zu 65 % aufweisen. Hier können keine Maschinen eingesetzt werden. Alles ist Handarbeit. Aber die Südhänge erhalten durch diese Steilheit besonders viel Sonne, die vom Schiefergestein aufgenommen und gespeichert wird. Daraus resultiert die hohe Qualität der Weine.

Burgen und Schlösser

An beiden Ufern der Mosel krönen zahlreiche Burgen und Schlösser die Fluss­landschaft. Die bekanntesten sind die Burgen bei Alken, Kobern-Gondorf, Burg Cochem und Burg Landshut über Bernkastel sowie die Burg Eltz in einem Seitental der Mosel. Im so genannten Erbfolgekrieg von 1687 - 1697 sind fast alle Burgen und Schlösser sowie rund 400 Dörfer an der Mosel von den französischen Truppen des Kaisers Ludwig XIV. zerstört worden. Heute sind die Burgruinen und die wiederaufgebauten Burgen attraktive Sehenswürdigkeiten im Moseltal.

Die Städte Trier und Koblenz

Die beiden größten und wichtigsten Städte an der Mosel sind Trier und Koblenz, die rund 100 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt sind. Die Stadt Trier mit heute rund 105000 Einwohnern wurde im Jahr 16 v. Chr. als "Augusta Treverorum" gegründet. Die Siedlung an einer römischen Moselbrücke entwi­ckelte sich im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. zur Residenz des römischen Kaisers Konstantin und zum Bischofssitz. Sehenswerte Bauwerke aus der Römerzeit sind die Porta Nigra, die Römerbrücke, die Kaiser- und die Barbarathermen sowie das Amphitheater. Der Dom erhielt sein heutiges Aussehen in mehreren Bauschnitten bis zum 18. Jahrhundert. Teile stammen bereits aus dem 2. Jahrhundert.  Die Entstehung der Stadt Koblenz an der Einmündung der Mosel in den Rhein mit heute rund 110000 Einwohnern geht ebenfalls auf die Römer zurück. Im Jahr 14 n. Chr. gründeten sie am Moselübergang an der Heerstraße von Mainz nach Köln die Befestigung "Castrum ad Confluentes". Einige Jahrhunderte später entstand an dieser Stelle ein fränkischer Königshof. Seit 1018 gehörte der Ort zum Besitz der Erzbischöfe und späteren Kurfürsten von Trier. Der bekannteste Punkt der Stadt ist das "Deutsche Eck" mit dem Denkmal von Kaiser Wilhelm II., jene Landzunge, wo die Mosel in den Rhein mündet. Von hier hat man einen imposanten Blick auf die mächtige Festung Ehrenbreitstein am rechten Rheinufer.

Freizeitmöglichkeiten

Wandern

Von jedem Ort an der Mosel führen regionale Wanderwege am Fluss entlang und auf die umliegenden Höhen. Die bekanntesten Fernwanderwege sind die Moselhöhenwege, die auf beiden Seiten des Flusses angelegt sind. Auf der südlichen Moselseite führt der Weg von Koblenz entlang des Hunsrücks bis nach Palzem in der Nähe des Dreiländerecks Frankreich - Luxemburg - Deutschland. Auf der nördlichen Moselseite beginnt die Route in Koblenz, berührt die Ausläufer der Eifel und endet im luxemburgischen Wasserbillig an der Einmündung der Sauer in die Mosel. Die beiden mit einem weißen "M" gekennzeichneten Wege sind teils parallel zum Fluss angelegt, teilweise schneiden sie einige Windungen ab und bringen den Wanderer auf die Höhen oberhalb des Ufers. Die Anstrengungen des Aufstieges werden mit einem eindrucksvollen Ausblick in das Moseltal und auf die Berge von Eifel und Hunsrück belohnt.

Rad fahren

Ein markierter Fernradwanderweg mit einer Gesamtlänge von rund 215 Kilometern führt von Saarburg durch die Täler von Saar und Mosel bis nach Koblenz. Der Weg verläuft entweder am Flussufer oder durch Weinberge. Einen besonderen Service bietet der Moselbahn-Radelbus, der Platz hat für 34 Fahrgäste und 34 Fahrräder. Der Bus verkehrt vom 1. Mai bis 31. Oktober zwischen Trier und Bullay. Auch die Personenschiffe auf der Mosel und der Saar transportieren Fahrräder.

Wassersport

Die Mosel ist ein reizvolles Revier für Wassersportler. Sportboote können die Staustufen durch spezielle Schleusen überwinden, ohne dass die Kanufahrer aussteigen und das Boot tragen müssen.

Flussschifffahrten

In den Monaten von Mai bis Oktober werden mit den Fahrgastschiffen verschiedener Schiffsunternehmen auf der Mosel und der Saar Rundfahrten veranstaltet. Größere Motorschiffe verkehren z.B. täglich auf der Mosel von Trier mit mehreren Zusteigemöglichkeiten nach Bernkastel - Kues und zurück. Das luxemburgische Motorschiff "Princess Marie-Astrid" fährt in den Sommermonaten sonntags von Trier nach Remich (Luxemburg) und Schengen (Luxemburg) und zurück.