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Die Küstenlandschaft an der deutschen Nordsee ist geprägt von der flachen Marsch und landeinwärts von Moorflächen und niedrigen Geestrücken. Das Land ist so flach – so wird gerne erzählt – dass man bereits morgens sieht, wer nachmittags zum Tee oder einfach zum “Klönschnack“ kommt. Direkt am Meer liegen feinkörnige Sandstrände und üppige Salzwiesen. Das Wattenmeer mit dem ständigen Wechsel von Ebbe und Flut bildet den Übergang zwischen Land und Meer.
Die deutsche Nordseeküste erstreckt sich von der dänischen Grenze im Norden bis zur Emsmündung an der niederländischen Grenze im Süden. Markante Einschnitte in die Küstenlandschaft sind die Mündungen der Flüsse Elbe, Weser, Jade und Ems. Der Küste vorgelagert sind die nordfriesischen Inseln mit einigen Halligen und die sieben ostfriesischen Inseln mit ein paar kleinen, unbewohnten Inseln. Weiter draußen in der Norddeutschen Bucht liegt die Felseninsel Helgoland.

Schon im 19. Jahrhundert entdeckte man das gesundheitsfördernde Klima an der Nordseeküste. Seitdem entwickelten sich zahlreiche Orte an der Küste und auf den Inseln zu Heil- und Seebädern. Die breiten Sandstrände sind ein idealer Platz zum Baden und Plantschen, zum Spielen am Strand, für vielseitigen Wassersport oder einfach zum Ausruhen. Das flach abfallende Wasser und der feinkörnige Sand sind ein idealer Spielplatz für Kinder. Segler und Surfer, Paddler und Ruderer finden großflächige Areale, um Wind und Wellen auf den scheinbar unbegrenzten Wasserflächen zu genießen. Daneben gibt es an der Küste große Seehäfen und traditionelle Fischerhäfen, in den die malerisch bunten Fischerboote darauf warten, zum Krabbenfang auszulaufen. In den Küstenregionen sind noch immer Schifffahrt, Fischerei und Landwirtschaft wichtige Einnahmequellen. Dazu kommt in den Seebädern der Tourismus.

Geschichte

Alte Karten machen deutlich, dass sich seit dem Mittelalter die Küstenlinie durch die Gewalten von Sturm und Wellen erheblich verändert hat. Ursprünglich reichte die Nordseeküste rund 30 Kilometer weiter nach Westen. Gewaltige Sturmfluten zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert haben so viel Land weggeschwemmt, dass von dem ehemaligen Festlandsockel im heutigen Schleswig-Holstein die fünf Nordfriesischen Inseln und zehn Halligen als Reste übrig blieben. In diesem Zeitraum sind auch die Ostfriesischen Inseln in der heutigen Größe entstanden.

Ursprünglich errichteten die Bewohner des flachen Küstengebietes zum Schutz gegen die Sturmfluten künstliche Hügel. Auf diesen „Wurten“ oder „Warfen“ wurden die Wohnhäuser mit Stallungen erbaut. Im Mittelpunkt der Dörfer stand die Kirche. Das oft mächtige Bauwerk mit meterdicken Mauern war zugleich Versammlungsort der gläubigen Menschen, Wehrburg gegen plündernde Eroberer und Schutzstätte gegen die zerstörerische Gewalt der mächtigen Sturmfluten.
Erst vor rund 1 000 Jahren begannen die Menschen, zur Sicherung ihres Landes Deiche zu bauen. Dennoch haben immer wieder gewaltige Sturmfluten Teile der Deiche zerstört und das Land überschwemmt. Selbst die Verbesserung der Deichbautechnik konnte nicht vollständig verhindern, dass die großen Sturmfluten in den letzten Jahrzehnten starke Schäden anrichteten und viele Menschenleben kosteten.

Natur und Landschaft

Ebbe und Flut
Ein besonderes Naturerlebnis ist der ständige Wechsel von Ebbe und Flut. Zweimal am Tag steigt und fällt das Wasser. Die Tide - der dauernde Wechsel von Ebbe und Flut – beeinflusst das Leben an der Küste, auf den Inseln und Halligen. Die Fahrpläne der Fähren und Fahrgastschiffe, die Badezeiten und die Möglichkeiten zu Wattwanderungen ändern sich jeden Tag. Manche Badefreunde sind enttäuscht, wenn sie an den Strand kommen und das Wasser nicht mehr da ist. Viele Besucher haben aber den besonderen Reiz der sich ständig verändernden Naturlandschaft Wattenmeer entdeckt.
Dieses Phänomen wird weder von der Tages- noch von der Jahreszeit beeinflusst. Auch das Wetter hat keine Bedeutung. Den Rhythmus von Ebbe und Flut bestimmt entscheidend die Anziehungskraft des Mondes.

Watt
Das Wattenmeer im Übergang zwischen Küste und Inseln hat sich zu einem Lebensraum für eine einzigartige Tierwelt entwickelt. Zweimal am Tag wird bei Ebbe der trocken gefallene Meeresboden sichtbar und dehnt sich kilometerlang aus. Bei der nächsten Flut ist er verschwunden und das Wasser reicht wieder bis an den Strand. Zahlreiche Tiere haben sich diesem dauernden Wechsel angepasst. Zu ihrer Erhaltung ist das Wattenmeer als Nationalpark mit besonderen Schutzzonen ausgewiesen.

Wattwanderung
Wattwanderungen in der jodhaltigen Luft sind gesund und ein eindruckvolles Naturerlebnis. Dennoch sind unbedingt einige Vorsichtsregeln zu beachten. Zunächst sollte man wissen, wann der Hoch- und wann der Niedrigwasserstand erreicht ist. Jeden Tag verschieben sich die Zeiten. Ein Fehler kann lebensbedrohend sein. Nicht zu unterschätzen sind die Priele. Gegen ihre Strömung anzuschwimmen ist selbst für erfahrene Schwimmer fast unmöglich. Bei Nebel sollte das Watt unbedingt gemieden werden, weil keine Orientierung möglich ist. Am sichersten ist es, Wattwanderungen unter der Leitung eines erfahrenen Wattführers zu unternehmen. Er kennt alle interessanten Routen und weiß um die tödlichen Gefahren.
Für Familien mit Kindern sind die Unternehmungen verbunden mit Tierbeobachtungen und Muschelsuche. Die Wattführer können vieles über das Meer erzählen und auf das Leben im Watt hinweisen, was dem unerfahrenen Wanderer verborgen bleibt.

Nordseeküste
Die einzige Erhebung unmittelbar an der Nordseeküste ist der von Menschenhand geschaffene Deich. Er bildet eine klare Trennlinie zwischen den Elementen Wasser und Erde. Flüchtig betrachtet bietet die Landschaft keine Sehenswürdigkeiten. Von der Deichkrone blickt man zur einen Seite „nur“ auf die endlose Weite des Meeres und zur anderen Seite auf das flache Binnenland mit seinen ausgedehnten Marschflächen. Nur bei klarer Sicht erkennt man die Umrisse von einigen vorgelagerten Inseln und Halligen.

Die Städte und Dörfer liegen meist an den Mündungen der Flüsse und Bäche. Ursprünglich sind sie von Fischern und Schiffern angelegt worden. Einige haben sich auf Grund ihrer günstigen Lage zu bedeutenden Hafenstädten entwickelt. Dazwischen liegen die kleineren Orte, die heute als See- und Heilbäder geschätzt werden.

Nordfriesische Inseln

Insel Sylt

Die langgestreckte Insel Sylt ist mit 94 km² Fläche und rund 25000 Einwohnern die größte der deutschen Nordseeinseln. Wie alle nordfriesischen Inseln gehörten sie einst zum Festland. Gewaltige Sturmfluten haben große Mengen von Land weggeschwemmt und die Verbindung zum Festland unterbrochen. Noch heute raubt das Meer pro Jahr 1,5 Meter Strand. Neben einem verbesserten Küstenschutz werden die Verluste durch regelmäßige Sandvorspülungen ausgeglichen.

Die Insel hält für ihre zahlreichen Feriengäste von List im Norden bis Hörnum im Süden, von den bekannten Badeorten im Zentrum der Insel mit dem Hauptort Westerland bis zu den fünf Dörfern im Osten eine Fülle von Freizeitmöglichkeiten zu Lande, zu Wasser und in der Luft bereit. Der Strand bietet sich als Spielfeld für Soccer, Volley- und Basketball an, das Wasser ist das Revier der Schwimmer und Kanufahrer, der Surfer und Segler. In die Luft geht es bei einem Rundflug über Meer und Insel. Kinder genießen Sand und Wasser oder nutzen die zahlreichen Spiel- und Spaßangebote. Abends wird ein vielseitiges Unterhaltungsprogramm für jeden Geschmack geboten. Dazu kommen im Laufe eines Jahres zahlreiche Feste. Es beginnt im Februar, wenn mit dem Biikebrennen der Winter ausgetrieben wird und endet Silvester mit zahlreichen Feiern zum Jahreswechsel.

Am eindrucksvollsten ist die Natur selbst mit dem dauernden Wechselspiel von Wind und Wellen, dem regelmäßigen Kommen und Gehen von Ebbe und Flut, mit den weiten Sandstränden und den Hohen Dünen dahinter. Wenn das Wetter nicht mitspielt, sind die beheizten Freizeitbäder mehr als ein guter Ersatz. Interessantes aus der Vergangenheit offenbaren die Museen.

Insel Föhr

Auf der 82 km² großen Nordseeinsel Föhr leben in dem Hauptort Wyk und weiteren 16 Dörfern rund 8700 Einwohner. In den Dörfern der „grünen Insel“ tragen zahlreiche Häuser aus rotem Backstein die traditionellen Reetdächer. Eine Besonderheit sind die liebevoll gestalteten bunten Haustüren.

Aus der flachen Landschaft erheben sich die Türme der drei historischen Kirchen und die vier Windmühlen. In Nieblum erzählen Grabsteine die Lebensgeschichte der Seefahrer und Walfänger. Das Friesenmuseum in Wyk mit den beiden Walzähnen am Eingang dokumentiert die Geschichte der Insel und ihrer Bewohner.

Die Feriengäste können an den langen Sandstränden baden oder relaxen und bei Ebbe das Wattenmeer erkunden. Der Flutsaum spült manches Interessante an. Zum kennen lernen der Insel ist ein Radwegenetz mit fünf Rundstrecken zwischen 13 und 34 Kilometern Länge ausgeschildert.

Insel Amrum

Die Insel Amrum mit einer Größe von 20,5 km² ist die landschaftlich abwechslungsreichste unter den nordfriesischen Inseln. Seit dem Jahr 1890 ist sie Nordseebad. Heute wohnen rund 2100 Einwohner in den fünf Dörfern, die drei Gemeinden bilden. Dazu kommen jedes Jahr viele Feriengäste, denen Badespaß und Wassersportmöglichkeiten in der Nordsee und Naturerleben im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer geboten wird. Bei Ebbe zieht sich das Wasser zurück und der Meeresboden fällt für wenige Stunden trocken. Der fast 10 km² große Kniepsand lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Rad- und Wanderwege führen durch Wald, Heide und Wiesen. Unter fachkundiger Leitung werden Wattwanderungen, Dünen- und Spülsaumführungen, sowie Rundgänge mit dem Vogelwart durch das Naturschutzgebiet unternommen.

Insel Pellworm

Die im 14. Jahrhundert nach einer gewaltigen Sturmflut entstandenen Insel Pellworm wird heute von einem 8 Meter hohen und 25 Kilometer langen Seedeich geschützt. Rund um die Insel befinden sich Grünstrände, die in den Sommermonaten zum Baden und Relaxen einladen. Bei Wanderungen, Radtouren oder einer Landpartie mit der Pferdekutsche zu allen Jahreszeiten lernt man die Landschaft kennen. Unvergessen bleibt eine Fahrt mit einem originalen Fischkutter.

Insel Nordstrand

Die vom Wattenmeer umgebene Insel Nordstrand lädt zu allen Jahreszeiten ein, die saubere Luft zu genießen und das Wechselspiel von Ebbe und Flut, von Wind und Wellen zu erleben. Vor den schützenden Deichen liegen die Strände, die zum Baden und Buddeln, zum Spielen und Relaxen einladen. Auf der Insel kann man stundenlang Wandern und Rad fahren. Eine Fahrt mit Pferd und Wagen über den trocken gefallenen Meeresboden hat die Hallig Südfall zum Ziel.

Halligen


Im Bereich der Nordsee Schleswig – Holsteins gibt es 10 Halligen. Die größte von ihnen ist Langeneß, die kleinste Habel. Sie sind Überbleibsel der großen Sturmfluten. Im Gegensatz zu den Inseln sind sie nur bedingt gegen die Sturmfluten geschützt. Durchschnittlich erleben die Bewohner dreimal im Jahr „Land unter“. Dann ragen nur noch die Häuser auf den künstlich angelegten Warften aus dem Meer.

Nordfriesland


Ferien im Land der Friesen, wo die Nordsee direkt vor der Tür liegt. Zu jeder Jahreszeit hat Nordfriesland etwas zu bieten. Die kuscheligen Friesenhäuser mit ihren Reetdächern: das ist Gemütlichkeit. Flaches Land, so weit das Auge reicht, mit saftig grünen Wiesen und wogenden Kornfeldern: das ist Nordfriesland. Genießen Sie die großartige Kulisse atemberaubender Sonnenuntergänge bei einem Deichspaziergang. Machen Sie sich das abwechslungsreiche Wetter zu eigen und lassen Sie einen Drachen an einem stürmischen Herbsttag steigen. Erleben Sie friesische Kultur beim traditionellen Biike-Feuer am 21. Februar. Ob zu Land oder zu Wasser - die Möglichkeiten für Ihre Urlaubsgestaltungen sind unbegrenzt. Sie können die Umgebung mit dem Fahrrad erkunden oder eine Wanderung unternehmen, oder wie wäre es mit einem Ausritt? Der Urlauber kann sich seine Freizeit aktiv und passiv gestalten.

Ostfriesische Inseln

Vor der Nordseeküste Ostfrieslands erstrecken sich die sieben Ostfriesischen Inseln mit einigen sehr kleinen unbewohnten Eilanden. Auch sie sind in den Sommermonaten das Ziel von zahlreichen Urlaubern. Auf fünf Inseln ist kein Autoverkehr erlaubt. Wer dennoch mit dem Auto anreist, muss seinen Wagen auf dem Festland parken.

Die Insel Borkum ist die westlichste und größte von ihnen. In den früheren Jahrhunderten lebten viele Inselbewohner vom Walfang. Daran erinnert noch das Wappen der gleichnamigen Stadt. Von Emden (Fahrzeit ca. 2 Std.) und vom niederländischen Eemshaven (Fahrzeit ca. 1 Std.) aus verkehren mehrmals täglich Auto-Fähren zur Insel.

Kfz-Zentralreservierung unter: Tel. 0180/5024367, Fax 04921/8907-42, EMail: info@ag-ems.de, Internet: www.ag-ems.de

Auf Borkum ist ein eingeschränkter Autoverkehr möglich.

Die Insel Norderney ist das älteste deutsche Nordseebad und wurde im Jahr 1797 für den Bade- und Erholungsverkehr erschlossen. Sie ist von Norden-Norddeich aus mit der Autofähre zu erreichen. Die Fahrrinne ist so tief, dass die Überfahrten Gezeiten unab­hängig sind.

Auf der 17 Kilometer langen, aber nur 500 Meter breiten Insel Juist muss man sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einer Pferdekutsche fortbewegen. Der Sandstrand erstreckt sich über die gesamte Länge der Insel und gilt als einer der idyllischsten an der gesamten Nordseeküste.

Die typischen Verkehrsmittel auf der Insel Baltrum, der kleinsten der Ostfriesischen Inseln, sind Pferdewagen und Handkarren. Die Abfahrtszeiten der Fährschiffe von Nessmersiel nach Baltrum richten sich nach der Tide.

Der Fährverkehr von Bensersiel zur ebenfalls autofreien Insel Langeoog ist dagegen tidenabhängig. Anscheinend haben alle der rund 2500 Einwohner ein Fahrrad. Beliebt ist die Insel wegen ihrer landschaftlichen Ursprünglichkeit und den schönen Sandstränden.

Die Insel Spiekeroog wird gerne die „grüne Insel“ genannt. Die Bewohner haben den dörflichen Charakter ihres Ortes erhalten. Kein moderner Bau, kein Autoverkehr und keine Fahrräder stören das Leben im historischen Ortskern. Man begegnet nur Fußgängern und Kindern mit Bollerwagen. Das einzige Verkehrsmittel ist die Pferdebahn.

Die autofreie Insel Wangerooge ist die östlichste der Ostfriesischen Inseln und verändert laufend Form und Lage. Während im Westen die Nordsee Land fortspült, lagert sie im Südosten Land ab. Auch der Fähr­verkehr von Harlesiel zur Insel Wangerooge ist abhängig von den Gezeiten.

Ostfriesland

Ostfrieslands Landschaft ist wie ein faszinierendes Gemälde: Der Wind als Malpinsel und die Wolken als phantasievoller Rahmen für unzählige natürliche, historische und moderne Schätze. Leuchtend gelbe Rapsfelder, sattgrüne Weiden und beruhigende Wald-, Wiesen- und Moorlandschaften lassen vor allem Städter aufatmen und staunen. Soviel Natur... Alte Bauernhöfe aus dem letzten Jahrhundert, Mühlen-Schönheiten von anno dazumal und urwüchsige Städte und Gemeinden laden im Landkreis Aurich zu erholsamen Ferien ein. Zum Wandern, Rad fahren oder Wasserwandern. Auch zu sommerlichen Badefreuden in den „Meeren“ - so nennen die Einheimischen liebevoll ihre kleinen, romantischen Binnenseen.

Das Land der Wolken und Orgeln erstreckt sich hinter den Nordseedeichen mit unverwechselbarem Charme und Charakter. Mal stürmisch und mal lieblich, mal naturgewaltig und mal träumerisch - all das erwartet Sie im „Ferienland Ostfriesland“.

Vor der Nordseeküste Ostfrieslands erstrecken sich die sieben Ostfriesischen Inseln mit einigen sehr kleinen unbewohnten Eilanden. Auch sie sind in den Sommermonaten das Ziel von zahlreichen Urlaubern. Auf fünf Inseln ist kein Autoverkehr erlaubt. Wer dennoch mit dem Auto anreist, muss seinen Wagen auf dem Festland parken.
Die Insel Borkum ist die westlichste und größte von ihnen. In den früheren Jahrhunderten lebten viele Inselbewohner vom Walfang. Daran erinnert noch das Wappen der gleichnamigen Stadt. Von Emden und vom niederländischen Eemshaven aus verkehren mehrmals täglich Auto-Fähren zur Insel. Auf Borkum ist ein eingeschränkter Autoverkehr möglich.
Die Insel Norderney ist das älteste deutsche Nordseebad und wurde im Jahr 1797 für den Bade- und Erholungsverkehr erschlossen. Sie ist von Norden-Norddeich aus mit der Autofähre zu erreichen. Die Fahrrinne ist so tief, dass die Überfahrten Gezeiten unabhängig sind.
Auf der 17 Kilometer langen, aber nur 500 Meter breiten Insel Juist muss man sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einer Pferdekutsche fortbewegen. Der Sandstrand erstreckt sich über die gesamte Länge der Insel und gilt als einer der idyllischsten an der gesamten Nordseeküste.
Die typischen Verkehrsmittel auf der Insel Baltrum, der kleinsten der Ostfriesischen Inseln, sind Pferdewagen und Handkarren. Die Abfahrtszeiten der Fährschiffe von Nessmersiel nach Baltrum richten sich nach der Tide.
Der Fährverkehr von Bensersiel zur ebenfalls autofreien Insel Langeoog ist dagegen Tide unabhängig. Anscheinend haben alle der rund 2500 Einwohner ein Fahrrad. Beliebt ist die Insel wegen ihrer landschaftlichen Ursprünglichkeit und den schönen Sandstränden.
Die Insel Spiekeroog wird gerne die „grüne Insel“ genannt. Die Bewohner haben den dörflichen Charakter ihres Ortes erhalten. Kein moderner Bau, kein Autoverkehr und keine Fahrräder stören das Leben im historischen Ortskern. Man begegnet nur Fußgängern und Kindern mit Bollerwagen. Das einzige Verkehrsmittel ist die Pferdebahn.
Die autofreie Insel Wangerooge ist die östlichste der Ostfriesischen Inseln und verändert laufend Form und Lage. Während im Westen die Nordsee Land fortspült, lagert sie im Südosten Land ab. Auch der Fährverkehr von Harlesiel zur Insel Wangerooge ist abhängig von den Gezeiten.

Land und Leute

Die Bewohner der Küstenregion haben sich täglich mit den Naturereignissen auseinander zusetzen. Sie haben weder Einfluss auf das Wetter noch auf den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut. Aber sie wehren sich gegen Zerstörung und versuchen ihrerseits, die Natur zu nutzen.

Krabbenfischer

Kleine, bunte Fischerboote liegen malerisch in einigen Nordseehäfen wie z.B. Neuharlingersiel und Fedderwardersiel. Abhängig von der Tide laufen sie zum traditionsreichen Krabbenfang aus. Mit Hilfe von Schleppnetzen werden die begehrten Krabben gefangen, die an der Küste „Granat“ heißen. Gleich an Bord werden sie gekocht und erhalten dabei ihre bekannte rosa Färbung. Vor dem Einlaufen werden begleitet von kreischenden Möwenschwärmen die Netze zum Säubern und Trocknen ausgebreitet.

Leuchttürme

Ein markantes Kennzeichen der Nordseeküste und der vorgelagerten Inseln sind die Leuchttürme, die vorwiegend rot-weiß oder schwarz-weiß geringelt sind. Ihre wichtigste Aufgabe erfüllen sie in der Nacht, wenn sie alle paar Sekunden in einem bestimmten Rhythmus Lichtstrahlen über das Meer schicken. Bei klarer Sicht sind sie mehr als 40 Kilometer weit zu erkennen. Dazu kommt zur Orientierung der Schiffe eine größere Anzahl von kleineren Leuchtfeuern, Baken, Leuchttonnen und unbeleuchteten Seezeichen.

Windmühlen

In dem flachen Land Norddeutschlands ragen die alten Windmühlen wie mächtige Bollwerke in den Himmel. Mit Hilfe der natürlichen Kraft des Windes wurde Getreide gemahlen und geschrotet, Öl aus Feldfrüchten gepresst oder es wurden Feuchtgebiete entwässert. Heute sind nur noch wenige der alten Windmühlen im Einsatz. Viele dienen heute als Heimatmuseum oder als Teestube. Immer häufiger werden neue Windnutzer aufgestellt. Die schlanken Windräder wandeln die Windenergie in Strom um.

Teetrinken

Zum überlieferten Brauchtum gehört an der Nordseeküste und besonders in Ostfriesland das Teetrinken. Bei den Ostfriesen steht ein „Kopke Tee“ zu jeder Tageszeit auf dem Tisch. Das Besondere am ostfriesischen Tee sind die richtige Mischung und die althergebrachte Zeremonie. So darf z.B. weder der „Kluntjes“ (meistens weißer Kandies) noch als Abrundung das „Wulkje“ (das weiße Rahmwölkchen) fehlen. Sehr wichtig ist, dass der Tee nicht umgerührt wird. Mit dem Teelöffel wird lediglich signalisiert, ob noch einmal nachgeschenkt werden soll oder nicht.
Das ostfriesische Teemuseum im Alten Rathaus aus dem Jahr 1542 in der Stadt Norden informiert über den Werdegang des Tees vom Anbau des Teestrauchs, über die Ernte, Fermentierung, Mischung der verschiedenen Sorten bis hin zur Teezubereitung. Eine umfangreiche Sammlung zeigt Teegeschirr und Teegerätschaften aus verschiedenen Zeitepochen. Nach Absprache kann man an einer stilgerechten, ostfriesischen Teezeremonie teilnehmen.

Bosseln

Bei einer Fahrt über ostfriesische Landstraßen lernt man ein neues Verkehrsschild kennen. Unter dem rotumrandeten weißen Dreiecksschild mit dem schwarzen Achtungszeichen ist auf einem kleinen weißen Schild das Wort „Boßeln“ zu lesen. Des Rätsels Lösung bietet vielleicht eine Menschengruppe, die ein paar hundert Meter weiter sich mitten auf der Straße versammelt hat. Die Männer (oder Frauen) versuchen, mit einer kräftigen Armbewegung wie beim Kegeln eine Holzkugel so weit wie möglich zu befördern. Am vermuteten Auslaufpunkt steht der Mannschaftsführer, der bei jedem Wurf laut ruft: „Bahn free“. Andere haben eine lange Stange mit einem Korb in der Hand, die wie ein Apfelpflücker aussieht. Damit werden die Kugeln geborgen, die im Straßengraben gelandet sind.

Das Bosseln wird auch in Nord- und Westfriesland sowie auf der Insel Sylt als Mannschaftswettbewerb mit klaren Spielregeln betrieben. Auch als Freizeitbetätigung gewinnt das Bosseln an Beliebtheit. Dabei treten gemischte Gruppen mit Frauen und Männern, Älteren und Jüngeren gegeneinander an. Die Regeln werden weniger ernst ausgelegt. Gewonnen hat die Mannschaft, die ein vorgegebenes Ziel mit den wenigsten Würfen erreicht hat. Sollten dennoch Meinungsverschiedenheiten aufkommen, werden sie bei einem „Klaren“ beseitigt.