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Mitten in Deutschland, im Schnittpunkt der drei Bundesländer
Bayern, Hessen und Thüringen, liegt die Rhön. Das markante
Mittelgebirge erstreckt sich an den Oberläufen der Flüsse
Werra und Fulda, Fränkische Saale und Sinn. Aus der Landschaft
ragen die Basaltkegel längst verloschener Vulkane heraus.
Wegen seiner baumlosen Gipfel, die eine weite Fernsicht ermöglichen,
wird das Mittelgebirge als „Land der offenen Ferne“
bezeichnet. Die Wasserkuppe mit einer Höhe von 950 Metern
ü.d.M. ist der höchste Berg der Rhön. An ihren
Hängen liegen die Quellen von 30 Bächen und Flüssen.
Die bekannteste von ihnen ist die Fuldaquelle. Zwischen den Erhebungen
der Hohen Rhön haben sich auf den Basaltböden weite
Grasflächen, Hochheiden und Hochmoore gebildet. In den fruchtbaren
Tälern sind dichte Wälder und saftige Wiesen anzutreffen.
Auf den Muschelkalkhängen der Fränkischen Saale gedeihen
in einem milden Klima sogar Weinreben.
Das heutige Landschaftsbild ist von Menschen unfreiwillig geschaffen
worden. Bis zum Mittelalter waren auch die Höhen von weiten
Mischwäldern bestanden. Durch rücksichtslose Rodungen
sollte Ackerland geschaffen werden. Zu spät wurde bemerkt,
daß die kargen Böden in den Höhenlage nur geringe
Erträge einbrachten. Statt der erhofften reichen Ernten auf
den Äckern war in dem rauhen Klima nur eine bescheidene Weidewirtschaft
möglich.

Das Biosphärenreservat Rhön
Im März 1991 wurde die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft
der Rhön mit einer Fläche von 185 000 Hektar von der
UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Im Gegensatz zu
einem Nationalpark, wo die Natur vor dem Menschen geschützt
werden soll, gibt es in einem „Reservat“ generell
keine Beschränkung für die Nutzung. Das Ziel der Anerkennung
ist, die Naturlandschaft mit ihrem einzigartigen Landschaftsbild
und einer speziellen Tier- und Pflanzenwelt als gemeinsamen Lebensraum
von Menschen, Tieren und Pflanzen zu erhalten. Die beiden Hochmoore
„Schwarzes Moor“ und „Rotes Moor“ sind
als Naturschutzgebiete ausgewiesen.
Die extensive Landwirtschaft nimmt bei der Erhaltung der Kulturlandschaft
eine wichtige Funktion ein. Neben der Produktion hochwertiger
Nahrungs- und Futtermittel erhält sie durch ihre Tätigkeiten
das Landschaftsbild. Dabei ist der Einsatz der Rhönschafe
von großer Bedeutung. Die reinrassigen Tiere sind als Landschaftspfleger
von großer Wichtigkeit, weil die Wanderherden in den Sommer-
und Herbstmonaten die Regionen der Hochrhön und der Kalk-Magerrasen
abweiden.
Die Forstwirtschaft hat ebenfalls eine wichtige Aufgabe bei der
Erhaltung des Landschaftsbildes zu erfüllen. Eine größere
Ausdehnung von Waldflächen im Biosphärenreservat Rhön
hätte zur Folge, dass mehr freie Flächen einen dichten
Baumbestand aufweisen. Damit wäre auch der typische Charakter
als „Land der offenen Fernen“ bedroht.
Hessisches Kegelspiel Wo die Berge wie Kegel
stehen ... verzaubern Natur und Landschaft die Sinne
- ein Name für eine Landschaft, die einzigartig ist. Liebliche
Flussauen, Täler und sanfte Hügel werden umsäumt
von neun basaltenen Kegelbergen, die dem "Hessischen Kegelspiel"
den Namen gaben. Tradition und Kultur, weltoffen und erdverbunden...
Konrad Zuse, der Vater des Computers verbrachte den größten
Teil seines schöpferischen Lebens in dieser Region. Kirchen
aus den unterschiedlichsten Epochen, Burgen, Bürger- und
Bauernhäuser, Bildstöcke als Zeichen tiefer christlicher
Verwurzelung und anspruchsvolle Kunst, attraktive Museen und Galerien
sind zu besichtigen.
Wanderer hatten sie früh entdeckt, Radwanderer handeln sie
als den Geheimtipp, die Vorderrhön, das Hessische Kegelspiel.
Viele ausgeschilderte Wanderwege, ein touristischer Radwanderweg
und Radwege führen durch Täler und über sanfte
Hügel und Berge.
Erholungslandschaft mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten
In den letzten Jahren hat die Bedeutung des Fremdenverkehrs in
der gesamten Rhön zugenommen. Dazu beigetragen hat der Wegfall
der innerdeutschen Grenze. Nun können alle Regionen und Ortschaften
der Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen ungehindert
besucht werden. Durch die Anerkennung der Rhön als Biosphärenreservat
sollen die Menschen eingeladen werden, sich in dieser schönen
Natur- und Kulturlandschaft zu erholen, die sehenswerten und geschichtsträchtigen
Orte anzuschauen, an den weltlichen und religiösen Festen
der einheimischen Bevölkerung teilzunehmen und die Kultur
kennen zulernen.

Die Rhön bietet das gesamte Jahr über mannigfaltige
Freizeitmöglichkeiten. Davon sollen beispielhaft einige erwähnt
werden:
Wandern
Die gesamte Rhön ist ein attraktives Wandergebiet. Reizvoll
ist das Erleben der verschiedenen Jahreszeiten. Das Netz der ausgeschilderten
Wege hat eine Gesamtlänge von mehreren tausend Kilometern.
Um jeden Ort verlaufen regionale Spazier- und Rundwanderwege mit
unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden. Durch
die Mittelgebirgslandschaft führen fünf markierte Hauptwanderwege
des Rhönklubs, die in drei bis fünf Tagesetappen zu
bewältigen sind. Dabei ist die Kombination mit örtlichen
Wanderwegen möglich. Pauschalangebote beinhalten neben preisgünstigen
Übernachtungsmöglichkeiten auch einen Gepäcktransfer
zum nächsten Zielpunkt.
Außer dem Rhönklub veranstalten die örtlichen
Fremdenverkehrsämter geführte Halbtags- oder Ganztagswanderungen
und Wanderungen mit einem bestimmten Thema. Dazu kommen Angebote
wie z.B. „Wandern ohne Gepäck“.
Radwandern
Radfahrer finden in den Tallagen markierte Radwanderwege ohne
oder mit geringen Steigungen. In den Höhenlagen der Rhön
sind auch stärkere Steigungen zu bewältigen. Mountainbiker
finden sportlich anspruchsvolle Strecken vor.
Wintersport
Für Wintersportler und Genießer einer winterlichen
Naturlandschaft hat die Rhön einiges zu bieten. Sie gilt
über mehrere Monate als schneesicheres Gebiet und braucht
die Konkurrenz des nahen Thüringer Waldes nicht zu fürchten.
In den höher gelegenen Regionen werden zahlreiche Langlaufloipen
gespurt. Abfahrer finden an verschiedenen Orten Pisten mit Schleppliften
vor, die teilweise abends durch Flutlicht erhellt werden. Für
Rodler stehen mehrere Bahnen zur Verfügung.
Segel-, Drachen- und Gleitschirmfliegen
Berühmt geworden ist die Wasserkuppe als „Berg der
Segelflieger“. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg sind vom
Gipfel aus die ersten Gleitflüge unternommen worden. Im Jahr
1920 wurden die ersten Segelflugwettbewerbe durchgeführt.
Heute treffen sich auf dem Gipfel regelmäßig die Segelflieger
und seit einigen Jahren auch die Drachen- und Gleitschirmflieger.
In der Segelflugschule kann man seinen Flugschein erwerben.
Bei einem Rundflug mit dem Segelflugzeug erlebt man die Rhön
aus der Vogelperspektive.
Heilbäder
Der Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit dienen im
Gebiet der Rhön eine ganze Reihe von Mineral- und Moorheilbädern.
Die Salze in der Tiefe lösen sich im Grundwasser und werden
vermischt mit natürlicher Kohlensäure als Heilquelle
an die Oberfläche gefördert. Zahlreiche Ortschaften
sind als Luftkurorte staatlich anerkannt. Wegen der bergigen Landschaft
sind auf einer Entfernung von nur wenigen Kilometern für
die unterschiedlichen Therapien Reizklima in den Höhenlagen
und Schonklima in den geschützten Tälern anzutreffen.
Zeugen
einer langen Geschichte
Die Bewohner der Rhön können auf eine lange, wechselvolle
Geschichte zurückblicken. Oft gerieten sie zwischen die Fronten
rivalisierender Mächte. Die Landesgrenze zwischen Hessen
und Bayern ist ein Zeichen des jahrhundertelangen Machtkampfes
zwischen den Fürstbischöfen von Fulda und Würzburg.
Im östlichen Teil der Rhön herrschten die Grafen von
Hennenberg und später die Herzöge von Sachsen - Meiningen.
Daneben gab es noch verschiedene regionale Adelsherren, die hartnäckig
ihre Interessen gegenüber den mächtigen Herrschern vertraten.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebiete der Rhön
zwei verschiedenen Staaten und zwei feindlich gegenüberstehenden
Machtblöcken zugeordnet. Erst durch die Wiedervereinigung
Deutschlands ist die unpassierbare Grenze inmitten des Mittelgebirges
beseitigt worden.
Steinerne Zeugen einer frühen Ansiedlung von Menschen in
der Rhön sind die vor- oder frühgeschichtlichen Bergfestungen
und Ringwälle. Aus dem Mittelalter sind Burgen und Burgruinen
erhalten. Auch viele Städte und Dörfer können auf
eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Überbleibsel
davon sind historische Bauwerke und alte Ortskerne. Einige Innenstädte
sind von gut erhaltenen Befestigungsanlagen mit Wehrtürmen
umgeben.
Zu den interessanten Baudenkmälern gehören die befestigten
Kirch- und Friedhöfe.
Die örtliche Geschichte dokumentieren die Heimatmuseen.
In Museumsdörfern werden umfassend die Lebens- und Arbeitsbedingungen
der heimischen Bewohner vor ein- bis zweihundert Jahren dokumentiert.
Spezielle Themen behandeln das Kalibergbaumuseum im thüringischen
Heringen an der Werra, das Feuerwehrmuseum im hessischen Fulda
oder das Orgelbaumuseum im bayerischen Ostheim vor der Rhön.
Das Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe vermittelt die fast 90-jährige
Geschichte des deutschen Segelfliegens. Ausgestellt sind historische
Gleitflugapparate und moderne Segelflugzeuge.
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