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Das bekannteste deutsche Mittelgebirge wurde erst spät erschlossen.
Über viele Jahrhunderte waren in den Wäldern nur Bergleute,
Holzfäller und Köhler tätig. In den tieferen Tallagen
erwarben die Bewohner mit Landwirtschaft und Viehzucht, mit der
Verhüttung von Erzen und der Verarbeitung von Holz ihren
Lebensunterhalt. In den wildreichen Wäldern jagten die adeligen
Herrschaften, die in den Burgen am Schwarzwaldrand wohnten.
Das änderte sich im 19. Jahrhundert, als der Schwarzwald
als Erholungsgebiet entdeckt wurde. Ein dichtes Netz von Straßen,
Eisenbahnstrecken und Wanderwegen erschloß die Region. An
den Heilquellen entstanden Kurorte.
Die größte Ausdehnung des Schwarzwaldes beträgt
rund 160 Kilometer in Nord-Süd-Richtung. Während im
Norden und in der Mitte Höhen bis rund 1100 Meter ü.d.M.
erreicht werden, steigen sie im Süden auf fast 1500 Meter
ü.d.M. an. Seinen Namen erhielt das Mittelgebirge durch die
Tannen und Fichten, die den Höhenzug aus der Ferne dunkel
erscheinen lassen. An bedeckten und nebeligen Tagen herrscht eine
düstere Atmosphäre. So entstand eine Fülle von
Sagen und Legenden.
Für die Autofahrer sind die Schwarzwaldhochstraße,
die Tälerstraße und die Bäderstraße die
attraktivsten Strecken. Dennoch sollte man sich die Zeit nehmen
und an einigen schönen Plätzen aussteigen. Neben der
würzigen Waldluft sind die Naturschönheiten oder die
Fernsicht – an klaren Tagen bis zu den Vogesen und den Alpen
- zu genießen.

Eldorado der Wanderer
Der gesamte Schwarzwald wird von einem dichten Netz von markierten
Wanderwegen durchzogen. Den Mitgliedern des Schwarzwaldvereins
gebührt die Anerkennung für das Anlegen und Markieren
von rund 23 000 Kilometern Rund- und Streckenwanderwegen. Von
jedem Ort und zahlreichen Wanderparkplätzen aus erschließen
sie die einzigartige Mittelgebirgslandschaft. Sowohl in den Tälern
als auch auf den Höhen gibt es Wege ohne oder mit nur geringen
Steigungen.
Die Höhenwanderwege geben passionierten Wanderern und Naturfreunden
die Gelegenheit, bei mehrtägigen Touren die verschiedenen
Regionen des Schwarzwaldes kennen zulernen. In Nord-Süd-Richtung
sind drei Strecken ausgeschildert, die mit Gesamtlängen von
275, 224 und 214 Kilometern zu allen Naturschönheiten und
markanten Aussichtspunkten des Schwarzwaldes führen. Für
die Bewältigung eines Höhenweges sind zwischen 8 und
12 Tagen einzuplanen. Dazu kommen mehrere Querverbindungen, die
mit Längen zwischen 48 und 167 Kilometern die unterschiedlichen
Landschaften an den östlichen und westlichen Ausläufern
miteinander verbinden.

Nördlicher Schwarzwald
Der nördliche Schwarzwald erstreckt sich zwischen dem breiten
Tal des Oberrheins und dem schmalen Nagoldtal mit seinen umliegenden
Bergen. Die Landschaft steigt von ca. 100 Metern im Rheintal bis
auf rund 1100 Meter ü.d.M. an. In den unteren Lagen sind
artenreiche Mischwälder anzutreffen. In den höheren
Gebieten herrschen die dunkelgrünen Tannen und Fichten vor.
Das Land wird von tiefen Tälern durchzogen, die sich an einigen
Stellen zu Schluchten verengen.
Fitness und Wellness
Im nördlichen Schwarzwald sprudeln 55 heiße Quellen.
Das heilbringende Wasser wird als Trinkkur genossen und in den
Thermalbädern bei Badekuren angewendet. Einen besonderen
Badespaß bieten die Außenbecken, wenn man sich im
Winter bei Minustemperaturen im warmen Wasser tummeln kann. Von
den Kurorten im nördlichen Schwarzwald sollen drei beispielhaft
erwähnt werden: Der bekannteste Kurort der Region ist Baden
– Baden. Neben hervorragenden Kureinrichtungen bietet die
Stadt ein umfangreiches Angebot mit vielen sportlichen, kulturellen
und gesellschaftlichen Höhepunkten. Der Ort wird von einer
vielseitigen Naturlandschaft mit Auen, Weinbergen und Wäldern
umgeben, die von 112 Metern bis zu 1003 Metern ü.d.M. reicht.
Ruhig und beschaulich geht es zu in Bad Teinach - Zavelstein.
Der Ortsteil Zavelstein auf der Höhe mit einer sehenswerten
Burgruine war die kleinste Stadt Deutschlands. Unterhalb im Tal
der Teinach, einem Nebenfluss der Nagold, liegt der gleichnamige
Kurort mit seinen Mineral – Thermalquellen. Das ”Palais
Therma” in Bad Wildbad im Tal der Enz besitzt einen der
schönsten Badetempel Europas. Der Besucher erlebt den Reiz
eines farbenprächtigen Fürstenbades im maurischen Stil
und die Vielseitigkeit einer modernen Bade- und Saunalandschaft.
Wandern und Radfahren
Von allen Orten aus führen gut markierte Wanderwege durch
die vom Wald gesäumten Täler und auf die Höhen.
Große Informationstafeln geben Auskunft über Markierung,
Länge und Schwierigkeitsgrad der einzelnen Wege, geben Hinweise
auf Unterstellhütten und Gaststätten.
In Pforzheim beginnen (oder enden) die drei Höhenwanderwege,
die von Norden nach Süden den gesamten Schwarzwald durchqueren.
Für Radfahrer gibt es spezielle Karten über ausgeschilderte
Radwege abseits der vielbefahrenen Straßen. Dabei reichen
die Auswahlmöglichkeiten von (fast) ebenen Strecken in den
Tälern bis zu sportlich anspruchsvollen Routen mit Steigungen
und rasanten Abfahrten.
Wintersport
In den Wintermonaten werden zahlreiche Loipen für Langläufer
gespurt und Wege für Wanderer geräumt. In den Wintersportgebieten
sind Abfahrten mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden
vorhanden. Rund 20 Lifte bringen die Abfahrer zum Startpunkt zurück.
Einige Pisten haben Flutlicht und sind bis 22 Uhr befahrbar.
Mittlerer Schwarzwald
Der Mittlere Schwarzwald erstreckt sich in seinem westlichen Teil
von den Weinbergen der Ortenau in die Täler von Kinzig und
ihrer Nebenflüsse, im östlichen Teil im Tal des noch
jungen Neckar. Weite Gebiete sind bedeckt von den scheinbar unendlichen
Wäldern. Die sprudelnden Quellen mit kristallklarem Gebirgswasser
vereinen sich zu Wildbächen, die an einigen Stellen über
Wasserfälle in das Tal stürzen und sich zu Flüssen
vereinen. Die Dörfer und Städte blicken auf eine teilweise
sehr lange Geschichte zurück. Einzeln stehen die typischen
Bauernhöfe mit ihren tief heruntergezogenen Dächern.
Schwarzwälder Trachten
Ein Markenzeichen für den Schwarzwald ist der rote Bollenhut.
Er ist nur in wenigen Gemeinden des Mittleren Schwarzwaldes angesiedelt.
Zu besonderen Festen werden die kostbaren Trachten getragen, die
sich seit vielen Generationen überliefert haben.
Städte mit Tradition
Die alte, ehemalige Freie Reichsstadt Offenburg liegt in der Ortenau
am Übergang von der Oberrheinebene zum Mittleren Schwarzwald.
An den Hängen wächst der Wein und in den Tälern
gedeiht aromatisches Obst. Auch Gengenbach im Kinzigtal ist eine
ehemalige ”Freie Reichsstadt”. Der Ortskern mit seinen
schönen Fachwerkhäusern am Marktplatz und in den winkligen
Gassen, mit dem repräsentativen Rathaus und dem markanten
Torturm steht unter Denkmalschutz. Der Ortsteil Villingen der
heutigen Doppelstadt Villingen – Schwenningen hat bereits
vor mehr als 1000 Jahren von Kaiser Otto III. eigene Marktrechte
erhalten.
Rottweil ist die älteste Stadt in Baden – Württemberg
und steht mit seiner sehenswerten Innenstadt unter Denkmalschutz.
Die historischen Bauwerke bilden eine stimmungsvolle Kulisse für
das Fasnetstreiben, wenn die Narren mit ihren geschnitzten Holzmasken
durch die Innenstadt ziehen.

Wintersport
In den Wintermonaten werden Wanderwege geräumt, Langlaufloipen
gespurt und Abfahrtspisten mit Liften präpariert. Für
Einsteiger gibt es Langlaufkurse. In den Skischulen werden Kurse
für Anfänger und für Fortgeschrittene veranstaltet.
Neben den bekannten Wintersportarten wird das Schneeschuhwandern
ausgeübt. Wie einst bei den Trappern und Goldgräbern
in Alaska werden die Schneeteller mit Riemen unter den Winterstiefeln
befestigt.
Südlicher Schwarzwald
Die Metropole des Schwarzwaldes
Die alte Universitätsstadt Freiburg wird als Schwarzwaldmetropole
bezeichnet. Hauptanziehungspunkt ist das 153 Meter hohe Münster.
Der filigrane Turm gilt bei Kunstkennern als der schönste
Kirchturm der Welt. Von der Aussichtsfläche des Turmes bietet
sich ein grandioser Blick über die Stadt und zu den Höhen
von Schwarzwald und Vogesen. Unterhalb pulsiert auf dem Wochenmarkt
am Münsterplatz das städtische Leben.
Feldberg und Titisee – Anziehungspunkte zu allen Jahreszeiten
Der 1493 Meter ü.d.M. hohe, baumlose Feldberg ist die höchste
Erhebung des Schwarzwaldes. Er wird von weiten Nadelwäldern
umgeben. In der schneefreien Zeit ist er ein beliebtes Wanderziel.
Auch der berühmte Westweg erreicht vom nördlichen und
mittleren Schwarzwald her den Gipfel. Er führt in südlicher
Richtung weiter zum 1414 Meter ü.d.M. hohen Belchen und endet
schließlich in Basel.
In den Wintermonaten tummeln sich die Wintersportler auf den Hängen.
Im Gebiet um den Feldberg präsentieren zahlreiche Ortschaften
ein umfangreiches Wintersportangebot für Langläufer
und Abfahrer, für Rodler und Winterwanderer.
Die bekanntesten Seen im südlichen Schwarzwald sind der Schluchsee
und der Titisee. In den Sommermonaten kann man auf den Wasserflächen
segeln, surfen und rudern. Bequemer ist die Fahrt mit einem Passagierschiff.
Naturfreunde schätzen eher die Ruhe am Windfällweiher
und Feldsee. In den Wintermonaten verwandeln sich einige der Seen
in riesige Eisflächen.
Heimat der Kuckucksuhren
Die Region um Triberg und Furtwangen ist die Heimat der Kuckucksuhren.
Die früheren Bewohner lebten vorwiegend von der Land- und
Forstwirtschaft. In den langen Wintermonaten wurde gewerkelt und
getüftelt. Im Jahr 1640 tauchten die ersten Kuckucksuhren
auf. Wenn der Schnee geschmolzen war, zogen die Uhrenträger
von Hof zu Hof, von Ort zu Ort. Bisher verkündeten die Glocken
der Kirchtürme, was die Stunde geschlagen hatte. Nun rief
in den Wohnzimmern der Vogel aus der Kuckucksuhr die halben und
vollen Stunden aus.
Das Uhrenmuseum in Furtwangen gibt einen Überblick über
die mehr als 600-jährige Geschichte der Uhrmacherei.
Höllentalfahrt
Ein Erlebnis besonderer Art bietet die Höllentalbahn. Die
zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaute Eisenbahnstrecke gilt wegen
ihrer großen Höhenunterschiede und dem Bau mehrerer
Tunnels und Viadukte als technische Meisterleistung. Den höchsten
Punkt erreicht die Bahn auf der 976 Meter ü.d.M. hoch gelegenen
Bahnstation ”Bärental”.
Wutachschlucht – Fundgrube für Naturfreunde
In der Nähe der Orte Bonndorf und Löffingen hat sich
der Fluss Wutach tief in den Untergrund eingeschnitten und bildet
über viele Kilometer eine tiefe Schlucht. Für Geologen,
Zoologen und Botaniker ist sie mit ihren Kalktuffbildungen und
Fossilien, seltenen Pflanzen und Tieren eine der interessantesten
Schluchten in Europa.
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