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Die Schönheit der Heidelandschaft hat der Dichter Hermann
Löns (1866 – 1914) durch seine Erzählungen und
Naturbeschreibungen bekannt gemacht. Die Region Lüneburger
Heide erstreckt sich zwischen den Flüssen Elbe und Aller
im norddeutschen Bundesland Niedersachsen. Die abwechslungsreiche
Landschaft prägen Heidegebiete mit ihrer typischen Vegetation,
Misch- und Nadelwälder, weite Felder und Wiesen, einzeln
stehende Gutshöfe, die von mächtigen Bäumen umgeben
sind, alte Dörfer und geschichtsträchtige Städte.
Zahlreiche Flüsse und Bäche durchziehen die Landschaft.
An einigen Stellen sind Moore erhalten geblieben. Zur besseren
Orientierung für Besucher und Urlauber ist das Gebiet in
neun Ferienregionen eingeteilt worden:

Elbe & Heide
Stadt & Land Lüneburg
Erlebnisregion Uelzen
Wendland – Elbufer – Drawehn
Südheide Gifhorn
Celler Land
Heidekreis Soltau – Fallingbostel
An Aller & Weser
Rotenburg - Bremervörde
Im Wald und auf der Heide
Auf bekannten Bildern der Lüneburger Heide ist meistens
eine Herde Heidschnucken zu sehen, die in einer Landschaft mit
Wacholderbüschen und Birken das blühende Heidekraut
abweidet. Diese „typischen" Heidegebiete machen heute
nur einen kleinen Teil der Lüneburger Heide aus. Vor rund
200 Jahren erstreckte sich die sogenannte Zwergheide über
eine Fläche von 4 000 km². Heute sind davon rund 80
km² übriggeblieben. Zu ihrem Schutz sind im Norden der
Naturschutzpark Lüneburger Heide um den 169 Meter ü.d.M.
hohen Wilseder Berg und im Süden der Naturpark Südheide
ausgewiesen. Alljährlich zwischen Mitte August und Mitte
September, wenn das Heidekraut seine kleinen violetten Blüten
öffnet, erleben diese Gebiete einen großen Besucherandrang.
In früheren Zeiten galt die Heide als minderwertiges Ödland.
Erst durch Rodungen entstanden auf dem Sandboden großflächige
Weidegebiete, auf denen neben Wacholder vor allem die „Gemeine
Besenheide" (Calluna vulgaris) wuchs. Die widderähnlichen
Heidschnucken sind die einzige Schafsorte, die sich von den harten
Trieben der Besenheide ernährt. Der größte Teil
dieser so landwirtschaftlich genutzten Flächen ist inzwischen
aufgeforstet worden.
Die hügeligen Waldgebiete von Göhrde und Drawehn westlich
von Hitzacker zeichnen ein ganz anderes Landschaftsbild. Auf sandigem
Boden gedeiht ein artenreicher Mischwald, der zu den größten
und schönsten in Norddeutschland zählt. Er ist Teil
des Naturparks Elbufer – Darwehn.
Einzigartig sind die Rundlingsdörfer im Wendland. Die Häuser
wurden rund um einen zentralen Platz gebaut. Dadurch strahlen
die Dörfer Geborgenheit und Geschlossenheit aus. Die zwei-,
drei- und vierständigen niederdeutschen Hallenhäuser
stehen mit dem Fachwerk ihrer Giebelseiten zum Dorfplatz hin.
Nationalpark Elbtalaue
In dem breiten Urstromtal der Elbe ist eine facettenreiche Landschaft
entstanden. An mehreren Stellen des linken Elbeufers haben sich
die Elbtalauen gebildet. Das ausgewiesene Naturreservat Elbtalaue
umfasst die Elbtalniederung zwischen der Einmündung der Havel
in die Elbe und dem Gebiet bei Lauenburg. Durch die regelmäßigen
Überschwemmungen im Frühjahr und im Herbst hat sich
ein Lebensraum für zahlreiche, teilweise gefährdete
Pflanzen- und Tierarten gebildet. Dazu gehört der Weißstorch,
der gleichzeitig der Wappenvogel dieses Naturraumes ist. Malerisch
stehen in dem sumpfigen Gebiet einzeln oder in kleinen Gruppen
die alten Eichen, Eschen, Ulmen und Schwarzpappeln. Im Frühjahr
und Herbst ziehen auf ihren Wanderungen große Vogelschwärme
durch das Flusstal. Imposant ist der Durchzug von Gänsen,
Schwänen und Kranichen. In den Wintermonaten sind die Elbtalniederungen
Rastplatz für viele Zugvögel aus dem hohen Norden.
Zahlreiche Abschnitte entlang der Elbe laden zu Spaziergängen
und Wanderungen ein und eröffnen weite Blicke in das flache
Land am anderen Ufer. Von den Deichen aus sind die Wasservögel
gut zu beobachten. Für Interessenten werden naturkundliche
Führungen veranstaltet. Dabei erfährt man viel Wissenswertes
über die Fauna und Flora dieses Gebietes und über die
Gestaltung des zukünftigen Nationalparks „Elbetal".
Land der verborgenen Schätze
Früher wurden die Heidebauern auf ihren Sandböden nicht
glücklich. Mit dem Sand war kein Reichtum zu gewinnen. Das
unterstreichen solche Aussprüche wie: „In den Sand
gesetzt". Aber unter der sandigen Oberfläche verbergen
sich manche Schätze:
In der alten Hansestadt Lüneburg wurde 1 000 Jahre lang
Salz gefördert. Dem „Weißen Gold" verdankt
die Stadt ihre Bedeutung und ihren Reichtum. Heute wird im Heilbad
Bad Bevensen die salzhaltige Thermal-Jod-Sole-Quelle für
Heilbehandlungen genutzt.
Unter dem Sandboden bei Wietze wurde über 100 Jahre lang
Erdöl als „Schwarzes Gold" nach oben gepumpt.
Heute wächst in den Sandböden eine andere Art von „Gold".
Die Heidekartoffel ist mehr als nur eine „Beilage"
bei einem zünftigen Essen. Viele Feinschmeckergerichte haben
die Kartoffel zum Mittelpunkt. Einige Gaststätten preisen
„10 Kartoffelgerichte" an. Auch ein „Kartoffel
- Hotel" hat seine Tore geöffnet. In manchen Orten wird
alljährlich das „Kartoffelfest" gefeiert.

Land der historische Sehenswürdigkeiten
Die Lüneburger Heide bietet mit den alten Zentren einiger
Ortschaften und mit Freilicht- und Heimatmuseen eine Reihe von
historischen Sehenswürdigkeiten:
Die alte Hansestadt Lüneburg hat der Region ihren Namen
gegeben. Sie wurde vor mehr als 1 000 Jahren an einer Salzquelle
gegründet. Dem Salz verdankt sie ihre Entwicklung und ihren
Wohlstand. Davon zeugen die zahlreichen Häuser mit ihren
Backsteingiebeln verschiedener Baustile. Am ehemaligen Hafenbecken
steht ein Kran, der bereits im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt
wurde. Er ist eines der städtischen Wahrzeichen. Von hier
aus wurde jahrhundertelang das Salz in ganz Nordeuropa gewinnbringend
verkauft. Das im 13. Jahrhundert begonnene Rathaus ist eines der
größten und schönsten Rathäuser in Norddeutschland.
Der Altstadtkern der über 700 Jahre alten Stadt Celle an
der Aller besitzt als geplante Stadt ein Netz von gerade verlaufenden
Straßen mit rechtwinklig angelegten Querstraßen. Das
Besondere ist das geschlossene Ensemble von schönen Fachwerkhäusern
aus mehreren Jahrhunderten. Die ältesten stammen aus dem
16. Jahrhundert. Sehenswert ist das herzögliche Residenzschloss
mit der Schlosskapelle und dem barocken Schlosstheater.
Wenige Kilometer von Celle entfernt wurde im 13. Jahrhundert
das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Wienhausen gegründet.
Die gotische Klosteranlage mit den roten Backsteingebäuden
ist in ihrer Gesamtheit weitgehend unverändert. Jedes Jahr
nach Pfingsten ist für elf Tage im Kloster eine besondere
Kostbarkeit zu sehen: Acht gotische Teppiche, die von den Nonnen
zwischen den Jahren 1300 und 1360 gefertigt wurden.
In einer von hohen Bäumen bewachsener Landschaft ist im
Ortsteil Hösseringen der Gemeinde Suderburg ein Museumsdorf
mit insgesamt 20 Gebäuden angelegt worden. Das Freilichtmuseum
verkörpert ein typisches Haufendorf der Lüneburger Heide.
In den Räumen wird gezeigt, wie die Menschen dieser Region
vor rund zweihundert Jahren lebten und arbeiteten.
In dem Freilichtmuseum Wendland in Lübeln wird die historische
Siedlungsweise in den Runddörfern dokumentiert. Das Dorf
Lübeln selbst ist einer der besterhaltenen Rundlinge in Deutschland.
Das Museum wurde eingerichtet in einem nicht mehr bewirtschafteten
Hof. Somit gehört der Wendlandhof zu den wenigen Freilichtmuseen,
die in einem natürlich gewachsenen Dorf ihren Platz haben.
In den typischen niederdeutschen Hallenhäusern in Fachwerkbauweise
werden landwirtschaftliche Arbeitsgänge wie Ernten, Dreschen
und Flachsarbeit mit historischen Geräten veranschaulicht.
An besonderen Tagen wird im alten Backhaus nach überlieferten
Rezepten Brot gebacken. Und in der Schmiede erklingt das Hämmern
auf dem Amboss.
Das Erdölmuseum Wietze dokumentiert die Förderung des
„Schwarzen Goldes" zwischen den Jahren 1859 und 1964.
Unter fachkundiger Führung werden hölzerne Fördertürme,
Pumpen und eine Kehrradwinde von 1904 gezeigt.
Land der Wanderer und Radfahrer, der Reiter und Kanufahrer
Die gesamte Lüneburger Heide wird von einem dichten Netz
von Spazier-, Wander- und Radwegen durchzogen. Sie erschließen
eine vielseitige Naturlandschaft. Das Landschaftsprofil ist weitgehend
eben. Nur um den Wilseder Berg im Norden und in dem großen
Waldgebiet von Göhrde und Drawehn gibt es nennenswerte Höhen.
Neben den zahlreichen örtlichen Wegen durchziehen auch mehrere
Fernwander- und Radfernwege die Region. Von verschiedenen Urlaubsorten
aus werden mehrtägige Radwanderungen „ohne Gepäck"
organisiert.
Viele Reiterhöfe laden zu einem Aufenthalt in einer reizvollen
Naturlandschaft ein. Damit verbunden ist Reitunterricht für
Anfänger und Fortgeschrittene. Höhepunkte sind die Ausritte
unter der Leitung eines/r erfahrenen Reitlehrers/in.
Wer das Land ruhiger und bequemer kennen lernen möchte,
dem bietet sich eine günstige Gelegenheit bei einer Fahrt
mit der Kutsche oder einem Planwagen an.
Für Kanusportler sind die Aller und ihre Nebenflüsse,
sowie die zur Elbe und zur Weser fließenden Flüsse
gern befahrene Gewässer. Wegen der geringen Strömung
können sich auch Anfänger – in Begleitung erfahrener
Kanuten – auf das Wasser begeben.
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