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Das Tessin ist der einzige Schweizer Kanton, der sich in seiner
ganzen Fülle an der Alpensüdseite erstreckt. Der sonnenverwöhnte
Landstrich versprüht ungemein viel südliches Flair.
Die Amtssprache ist italienisch, und die Temperaturen liegen im
Winter selten unter 0° Grad während sie im Sommer nicht
über 30° Grad ansteigen. Die mediterranen Einflüsse
sind dem Tessin deutlich anzumerken und bieten eine völlig
andere Vielfalt als der Rest der Schweiz. Schweizerische Qualität
und italienische Gastlichkeit machen den Aufenthalt zum Erlebnis.
Die Natur überzeugt durch eine einmalige Fülle an Pflanzen
und Blumen. Ob Oliven oder Wein, Kamelien, duftende Mimosenbäume,
Oleander oder Palmen – alles gehört zum täglichen
Bild im Tessin. Die Landschaft zeigt sich ebenfalls von ihrer
besten Seite: Wilde Berglandschaften der Alpen, sanfte Hügel
und vor allem klare Seen. Der üppig umwachsene Lago Maggiore
und der Lago di Lugano sind mittlerweile beliebte Ferienziele.
Für Entdecker ist das Tessin ein Eldorado. Entlegene Dörfer,
in denen die Zeit stehen geblieben scheint, können per Postauto
erreicht werden. Jene quälen sich über schmale Serpentinstraßen
auch bis zum allerletzten Winkel des Kantons vor. Man hat die
Möglichkeit einzusteigen und mitzufahren – also mal
eine ganz andere Art zu reisen! Irgendwo angekommen, empfängt
einem die Tessiner Gastlichkeit, denn es ist nicht unüblich
Gäste mit einheimischen Spezialitäten zu versorgen.
Kulinarische Spezialitäten gibt es genug, wobei der italienische
Einfluss auch in diesem Bereich deutlich macht und regelrecht
zu schmecken ist. Feinschmecker haben die Tessiner Küche
mittlerweile entdeckt – es gibt zahlreiche gute Restaurants,
auch in abgelegenen Dörfern. Ob Risotto mit Safran, Polenta
oder eine dicke, frische Minestrone, Zabaione oder frischer Alpkäse
– die Würze liegt in der Vielfalt der Küche.
Dazu passt hervorragend der Merlot del Ticino, der beste und
eleganteste Schweizer Wein. Der Rotwein mit seiner brillanten
Farbe wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Tessin angebaut.
Heute ist die Weinproduktion einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige
des Kantons.
Locarno und Ascona
Beide Städte liegen am reizvollen Nordufer des Lago Maggiore,
getrennt lediglich durch den Fluss Maggia. Der 15.000 Einwohner-Ort
Locarno ist das bedeutendste Touristikzentrum des Tessins, Ascona
hingegen hat sich zum Mekka der Reichen und Schönen gemausert.
Obwohl beide Orte sehr
auf Touristen eingestellt sind, hat sich vor allem der 5.000-Seelen
Ort Ascona sein Flair des einstigen Fischerdorfes erhalten. Enge
Gassen mit Boutiquen und einer autofreien Seepromenade geben dem
Ort eine überaus liebliche Atmosphäre.
Auch Locarno verfügt über eine intakte Altstadt. Auf
dem großen Piazza befinden sich zahlreiche Cafés
und Restaurants. Am Abend finden dort häufig Konzerte oder
Filmvorführungen statt. Ansonsten gibt es in Locarno alles,
was das Urlauberherz begehrt. Diskotheken, Kinos, Bars und Nightclubs
– für jeden Geschmack ist gesorgt. Der Mittelpunkt
ist natürlich der Lago Maggiore. Die guten Windverhältnisse
machen ihn zum Eldorado bei Seglern und Surfern. Im Sommer ist
der See geradezu voll mit bunten Segeln. Badefreuden werden aber
dadurch nicht getrübt. Naturbäder entlang des Sees gibt
es genug, so dass eigentlich jeder sein Platz finden dürfte.
Für Ausflüge stehen Schiffe zur Verfügung, die
die Besucher über den See kutschieren.
Um ein wenig höher hinaus zu kommen, eignet sich der Hausberg
Cardada-Cimetta (1.672 m). Zwei Bergrestaurants, eines sogar mit
Zimmervermietung, und tollen Terrassen geben einen atemberaubenden
Ausblick über den See und die Tessineralpen.
Bellinzona
Die 18.500 große Hauptstadt des Kanton liegt im Süden
des Tessin. Nirgendwo sonst wird die Nähe zu Italien so deutlich
wie in Bellinzona. Die Burgenstadt verfügt über zahlreiche
historische Überreste aus dem Mittelalter. Die mächtigen
drei Burgen Castello Grande, Castello Montebello und Castello
Sasso zeugen von heftigsten Kämpfen im Mittelalter. Die Burgen
prägen das Stadtbild und zählen zu Recht zum Weltkulturerbe
der UNESCO. Die Castello Grande befindet sich inmitten der Stadt
auf einem mächtigen Felsplateau. Alle drei Bauwerke können
besichtigt werden.
Zwischen der Castello Grande und der Castello Montebello ist
die attraktive Altstadt beheimatet. Prächtige Bürgerhäuser
aus dem 15. Jh. und Häuser des Neorenessancestils säumen
die Straßen Bellinzonas. Die Stadt bietet hervorragende
Einkaufsmöglichkeiten.
Jedes Jahr zur Karnevalszeit wird in der Stadt groß gefeiert.
In der voll geschmückten Stadt ziehen dann farbenfrohe Wagen
durch die Straßen und unterstreichen die italienische Lebensart.
Blues Fans haben im Sommer die Möglichkeit, beim Openair
Festival ihrer Lieblingsmusik zu lauschen. Das findet jährlich
auf der Piazza statt.
Sportlich geht es in Bellinzona eher außergewöhnlich
zur Sache. Kletterer finden einen hervorragenden Klettergarten
mit 23 verschiedenen Routen jeden Schwierigkeitsgrad vor Ort.
Der Ticino ist der gleichnamige Fluss des Tessin und bietet auf
dem Teilstück an der Hauptstadt beste Möglichkeiten
zum Schlauchbootfahren. Dieses Erlebnis ist auch für Familien
geeignet, da der Fluss in Bellinzona sehr friedlich ist. An anderen
Stellen des Flusses gibt es beste Bedingungen für die Trendsportart
Rafting. Wem das noch immer nicht Nervenkitzel genug ist, für
den sind Bungeejumping in einem der vielen Tessiner Täler
zu empfehlen. Ein echter Kick!
Wer im Winter Bellinzona besucht, hat die Möglichkeit, zwischen
etlichen Langlaufloipen in der Nähe, oder dem kleinen aber
feinen Berg „Monte di Saurù“ zu wählen.
Eine Seilbahn führt auf die Spitze hinauf, von wo aus prächtig
Ski gefahren werden kann.
Lugano
Die heimliche Hauptstadt des Tessin liegt in einer malerischen
Umgebung am Nordufer des Luganer Sees. Eingebettet zwischen den
beiden Bergen San Salvatore und Monte Bré ist Lugano das
Wirtschaftszentrum des Kanton. Der Monte San Salvatore gilt als
„Zuckerhut“ Luganos und ist vom im Süden gelegenen
Villenort Paradiso mit der Standseilbahn aus zu erreichen. Lugano
verfügt über eine malerische Altstadt in der sich wunderbar
bummeln lässt. Der Piazza della Riforma verfügt über
zahlreiche Cafés, in denen sich gerade im Sommer nett sitzen
lässt. Der Capuccino schmeckt dort besonders gut!
Für Kunst und Kulturliebhaber hat Lugano eine Menge zu bieten.
Außer den traditionellen Winzerfest im Herbst, lockt alljährlich
das Musikfestivals Jazz- und Klassikliebhaber aus aller Welt an.
Ebenso gibt es viele moderne architektonische Gebäude, die
bewundert werden können - In Lugano wurde verwirklicht, was
anderswo nicht passte.
Lugano erwacht im Sommer erst am späten Abend aus dem Dornröschenschlaf.
Die Stadt verwandelt sich dann innerhalb kurzer Zeit in eine lebhafte
und freudige Metropole.
Sportlich steht der Lago di Lugano mit seinen Strandbädern
natürlich an erster Stelle. Aber auf dem zweiten Blick gibt
es ein nettes umfangreiches Angebot. Für Radler und Nichtradler
sei die 27 Kilometer lange Fahrradtour entlang der Riva San Vitale
und der San Pietro zu empfehlen. So lernt man den Lago di Lugano
von einer ganz anderen Seite kennen. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich.
Kabinenbahn, Steinbrüche und das Kurhaus begegnen einem auf
der Tour.
Nettes Ausflugsziel ist das kleine Städtchen Gandria östlich
von Lugano. Die Reste des ehemaligen Schmugglerdorfes sind noch
gut erhalten. Die Häuser sind eng an den Felsen gebaut und
kleine enge Gassen, mit netten Boutiquen machen das Bummeln zum
Genuss. Gerade handwerkliche Läden, mit Töpferware und
Textilien ziehen die Besucher an. Man sollte nur aufpassen, das
man sich in dem Gewusel an Treppen und Gassen nicht verläuft
– das nämlich kommt auch heute noch häufig vor!
Wer in Lugano verweilt und ein wenig Zeit hat, sollte einen Abstecher
ins 50 Kilometer entfernte Mailand machen. Die italienische Metropole
ist mit ihrer berühmten Scala und ihren schicken Restaurants
auf jeden Fall einen Besuch wert.
Centovalli und Onsernone
Die noch unberührte und ursprüngliche raue Tessiner
Bergwelt Centovalli heißt soviel wie „Hundert Täler“.
Das Centovalli und Onsernone befinden sich westlich von Locarno
und bestechen durch saubere Bergbäche und einsame Dörfchen,
die sich auf einzelnen Terrassen angesiedelt haben. Das Onsernonetal
zweigt in Intragna, dem Hauptort des Centovalli, in Richtung Norden
ab. In den Tälern ist noch das ursprüngliche Tessin
mit alten Steinhäusern, schlanken Kirchtürmen und üppiger
Natur zu bewundern. Mit der Bahn kann man in die Täler gelangen,
aber man sollte Zeit mitbringen, denn der Zug fährt auf der
äußerst kurvenreichen Strecke eine Höchstgeschwindigkeit
von 40 km/h! Im Tal angekommen erfüllen sich Wanderfreuden.
Ein langes Netz führt durch die Täler und über
Bergrücken zu abgelegenen Orten. Bis hin an die schweizerisch-italienische
Grenze kann gewandert werden, dann geht das Centovalli zu Ende,
und das italienische Valle Vigezzo beginnt.
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